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Fersensporn – Was steckt dahinter?

Schmerzende Füsse tragen nicht weit

Langes Laufen über Stock und Stein beflügelt, bedeutet aber auch eine hohe Belastung der Füsse. Ein sorgfältiger Trainingsaufbau und passendes Schuhwerk beugen vor. Sollte trotzdem eines Tages ein Fersensporn auftreten, ist schnelles Handeln wichtig. Schon bei den ersten Anzeichen von Fersenschmerzen beim Aufstehen am Morgen empfiehlt sich, die Lauflust zu drosseln und dem Fuss Ruhe zu gönnen.

Unsere Füsse tragen uns gerne, solange sie gesund sind. Wir sind dafür verantwortlich, dass das komplizierte Gebilde aus Bändern, Sehnen, Muskeln, Knochen und Gelenken nicht überlastet wird. Muten wir diesen filigranen Strukturen zu viel zu, reagiert der Fuss mit Einlagerungen und Entzündungen.

Ein typisches Fussproblem von Laufsportlern ist der untere Fersensporn. Sind die Füsse überlastet, kann sich der Ansatz der Sehnenplatte, der sogenannten Plantarfaszie, entzünden. Die fächerförmige Sehnenplatte reicht vom Fersenbein bis zu den Zehen und unterhält die Spannung des Längsgewölbes am Fuss. Unternimmt man nichts gegen die Entzündung, schützt der Körper den Ansatz der Plantarfaszie mit Kalkeinlagerungen. Diese entwickeln sich mit der Zeit zu einem dornartigen Knochenauswuchs am Fersenbein, der bei jedem Schritt höllisch schmerzt. Nicht der Sporn, sondern die Entzündung der Sehnenplatte tut weh. Beschwerden können deshalb auch ohne einen Sporn auftreten.

Laufen will gelernt sein

Die Ursachen für einen unteren Fersensporn sind vielfältig. Überbelastung durch ungewohnt langes Laufen, schlechte Laufschuhe, Fehlbildungen des Fusses oder eine falsche Lauftechnik begünstigen ihn. Auch langes Bergablaufen wirkt sich negativ aus, weil die Füsse eine überdurchschnittlich hohe Belastung aushalten müssen.

Downhill Running

Ungewohnt langes Bergablaufen kann den Fuss überfordern

Sinnvoll ist, seinen Körper langsam an erhöhte Belastungsstufen zu gewöhnen. Die Auswahl der Schuhe gehört, wenn immer möglich, in die Hände von Fachleuten. Sie können anhand einer Analyse das richtige Produkt empfehlen. Stretching der Unterschenkel, Fussgymnastik und Fussmassage halten die Gewebe zudem elastisch und stärken die Muskeln.

Zähne zusammenbeissen und weitermachen ist falsch

Treten erste Anzeichen eines Fersensporns auf, ist es wichtig, sofort Massnahmen zu ergreifen und die Belastung zu reduzieren. Im besten Fall ist die Entzündung nach gut einer Woche weg. Ansonsten kann es zu einer langwierigen, monatelangen Erkrankung kommen. Wenn trotz allen Vorsichtsmassnahmen ein Fersensporn entsteht, sollte ein Arzt konsultiert werden. Gegebenenfalls hilft ein Ultraschall oder ein MRI, das Ausmass der Verletzung festzustellen und die entsprechenden Therapien einzuleiten. Diese reichen von einer Trainingspause über Dehnungsübungen bis zur Stosswellentherapie oder der Verschreibung von orthopädischen Fusseinlagen. Nur in ganz hartnäckigen Fällen ist eine Operation angesagt.

Prävention

Regelmässige Fussmassagen können leichte Verkrampfungen lösen und das Gewebe elastisch halten. Ein Massageball oder Golfball kann dabei wertvolle Unterstützung leisten.

Massage

Mit dem Ball kann die Plantarsehne gezielt massiert werden

Autor: Dr. med. Hanspeter Betschart ist Sportarzt im Swiss Olympic Medical Center von Medbase in Abtwil SG.

 

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