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Vorsicht Zecken

Kleiner Biss mit grossen Folgen

Die Zahl von durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündungen (Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME)) hat in Westeuropa in den letzten Jahren zugenommen. Es lohnt sich daher, die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen zu kennen.

Zecken leben auf niedrig wachsenden Pflanzen bis maximal 1.5 Metern, meist in Laub- und Mischwäldern. Besonders gut gefällt es Zecken an verstrauchten und vergrasten Waldrändern, Waldlichtungen und Waldwegen. Dort warten sie, bis ein Wirt vorbeikommt und sie abstreift. Um Blut zu saugen, suchen sie sich warme Körperstellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen oder die Leistenregionen. Läufer, die gerne querfeldein unterwegs sind, sind besonders gefährdet einen solchen blinden Passagier mit nach Hause zu nehmen.

Lange, helle Kleider

Die einfachste Vorsichtsmassnahme, um sich vor Zecken zu schützen, ist das Tragen von langer, heller Kleidung. Dadurch gelangen Zecken nicht direkt auf die Haut und werden besser gesehen. Für Läufer sind lange Kleider im Sommer jedoch kaum eine praktikable Option. Eine effiziente Präventionsmassnahme vor einer durch Zecken übertragenen Erkrankung ist, auf dem Waldweg zu bleiben und den Körper nach dem Training gut nach allfälligen Zecken abzusuchen. Hilfreich können zudem Schutzmittel für die Haut und Insektizide für die Kleider sein. Zur Vorbeugung gegen FSME steht eine sichere und gut wirksame Impfung zur Verfügung, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte.

Schnell entfernen

Zecke

Die Zecke sollte mit einer feinen Pinzette senkrecht herausgezogen werden.

Bleibt eine Zecke unentdeckt am Körper saugt sie über Stunden bis Tage Blut – mit potentiell schweren Folgen. Je länger die Zecke in Ruhe saugen kann, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Viren oder Bakterien aus ihrem Darm auf den Menschen übertragen werden. Darum ist es wichtig, eine Zecke so rasch als möglich mit einer feinen Pinzette zu entfernen. Dazu sollte sie möglichst direkt über der Haut gefasst und senkrecht herausgezogen werden.

In der Schweiz sind 5 bis 30 Prozent (stellenweise bis zu 50 Prozent) der Zecken Träger von Borrelien, die Borreliose* auslösen können. Jährlich erkranken rund 10 000 Personen daran. In den Endemiegebieten (in der Schweiz fast alle Kantone des Mittellandes) tragen etwa 0,5 bis 3 Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich. Jährlich erkranken landesweit rund 250 Personen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis*.

Einstichstelle beobachten

Treten nach einem Zeckenbiss Fieber oder andere grippeähnliche Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das gleiche gilt, wenn bei der betroffenen Stelle eine wandernde Rötung auftritt. Eine vorbeugende Behandlung nach einem Zeckenbiss, ohne Symptome, wird nicht empfohlen.

 

*Borreliose
Bei einer Borreliose treten oft ähnliche Symptome wie bei einer Grippe auf. Zudem können Sehstörungen und Lähmungen hinzukommen, die bis zur Invalidität reichen können. Wird Borreliose früh erkannt, kann sie in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt werden.

*Frühsommer-Meningoenzaphalitis (FSME)

Eine FSME verläuft im typischen Fall in zwei Phasen. In einer ersten Phase treten grippeartige Symptome auf, die nach rund einer Woche wieder verschwinden. In der zweiten Phase steigt das Fieber wieder, heftige Kopf- und Gliederschmerzen können hinzukommen. Ein Teil der Patienten entwickelt eine Hirnhautentzündung.

 

Borreliose

Eine wandernde Rötung ist oft ein Zeichen für eine Borreliose-Infektion.

Autor:  Dr. med. Michael Pfänder, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Leiter Medbase Kloten

 

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