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Mystische Wälder, majestätische Burgen, Torfmoore und rote Sandsteinfelsen. Wer all dies erleben will, der macht am besten einen Ausflug in die Vogesen und verbindet dies mit einer sportlichen Betätigung. Die Vogesen erheben sich gleich hinter der Schweizer Grenze und beinahe alle Rennen der Region sind schnell zu erreichen. Neben einer herzlichen Trail-Kultur bieten die Französischen Organisatoren meist auch ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Der Trail des Roches reiht sich nahtlos in diese Tradition ein und bietet feinste Trails über 55km und 2700hm D+. Kurt Nadler war dabei. Hier sein Bericht.

Trail des Roches Rennbericht

Bereits seit 13 Jahren gilt das schöne Städtchen Saint-Die-des-Vosges als Austragungsort von Laufveranstaltungen.

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Dabei gibt es die Wahl zwischen folgenden Strecken:

  • 19 km mit 1‘000 HM
  • 55 km Single oder als Stafette mit 2‘700 HM

Die Zeitbarrieren sind mit 6 km/h grosszügig bemessen.

Anreise

Saint-Die-des-Vosges ist mit dem Fahrzeug ab Bern oder Zürich innerhalb von 2 ½ Stunden erreichbar. Es stehen sowohl genügend Unterkünfte als auch Parkplätze zur Verfügung. Die Startnummernausgabe erfolgt gegen Vorweisung eines ärztlichen Attestes wahlweise am Samstagnachmittag in einem Shoppingcenter oder am Sonntagmorgen beim Start. Da ich die Zeit vor dem Start noch mit tausend anderen Dingern nutzen will, hole ich meine Startunterlagen bereits am Samstag ab. Nebst dem obligatem T-Shirt erhält man einen Trinkbecher und die üblichen Werbeunterlagen. Am Abend erkunde ich ein wenig die Startumgebung und stelle erstaunt fest, dass derzeit weder ein Start- noch ein Zielbogen vorhanden sind. Ich kann auch keinerlei Wegmarkierung der Laufstrecke entdecken, was mich doch etwas verunsichert. Ich bin gespannt, wie die Umgebung im Laufe des morgigen Tages aussehen wird.

Es geht los

Nach einer unruhigen und lärmigen Nacht begebe ich mich frühzeitig ins Startgelände. Die Organisatoren waren in der Nacht fleissig und der Platz ist nicht mehr wiederzuerkennen.

Ich gönne mir etwas Kaffee und es freut mich, einige bekannte Gesichter anzutreffen und interessante Gespräche zu führen. Der Wetterbericht hat tolles Wetter versprochen, so dass wir uns auf einen perfekten Tag freuen dürfen.

Strahlen um die Wette (Bild: M. K. Walle)

Pünktlich um 06.00 geht der Trail des Roches los und die knapp 500 Teilnehmer setzen sich in Bewegung. Die ersten paar Kilometer geht es auf Asphalt, gesichert durch zahlreiche Helfer, durch die Stadt, bevor uns der erste Anstieg erwartet. Kurz staut sich hier eine Kolonne, bevor der Weg weiter nach oben führt und etwas breiter wird. Ich habe bereits einige Läufe im Elsass absolviert und habe mich daher in Gedanken auf einige öde, kilometerlange Forstwege eingestellt. Die vorbildliche Beschilderung führt jedoch relativ rasch abseits des Weges. Steil geht es mitten durch den Wald bergauf und kurz danach führt ein schmaler, mit Steinen und Wurzeln gespickter Pfad langsam wieder bergab. Ich staune erfreut über die Wegführung und geniesse die zügig zu laufenden Trails. Aus meiner Sicht darf es ruhig eine Weile so weitergehen und mein Wunsch wird erfüllt! Gepaart mit den ersten Sonnenstrahlen und einem herrlichen Ausblick über die Täler, geniesse ich bewusst diese herrlichen Momente. Das Laufen geht dabei wie von selbst.

Tolle Aussichten (Bild: Markus Frei)

Die erste Verpflegungsstelle bei 11 km lasse ich absichtlich aus, denn bereits bei 18 km führt die Strecke nochmals hier vorbei. Kilometer um Kilometer geht es auf wendigen kleinen Pfaden rauf und runter und ich staune erneut über diese beispiellose Strecke; ich bin schlichtweg überwältigt! Jeder Wiederaufstieg gipfelt in einer Überquerung oder Umrundung eines für diese Gegend typischen roten Sandfelsen. Die präzise Wegmarkierung wirft dabei nie Zweifel über die weitere Streckenführung auf.

Downhill (Bild: Markus Frei)

Kurz vor Streckenhälfte geht es quer durch die Stadt zurück in Richtung Start. Auch hier sind wieder zahlreiche Helfer vor Ort, die den Verkehr lotsen und sicherstellen, dass die Läufer nicht vom Weg abkommen. Ich stoppe kurz beim Verpflegungsposten und kann hier erneut von der typischen französischen Wettkampfverpflegung profitieren. Der darauf folgende Aufstieg ist mit einer Höhendifferenz von knapp 600 HM der Knackpunkt dieser Strecke. Wer die Kräfte im Vorfeld gut eingeteilt hat, kann jetzt richtig loslegen und Plätze gut machen. Oben angekommen, folgen einzelne technische Abschnitte und immer wieder erschliessen sich mir herrliche Ausblicke. Umso schöner ist es, dass ich dabei mein Tempo halten kann.

Traumhaft (Bild: Markus Frei)

Bei 40 km wälzt sich von links eine Horde Läufer aus dem Wald auf die Strecke. Anhand der Startnummern stelle ich fest, dass es sich dabei um die 19-KM Absolventen handelt. Deren Zustand ist ziemlich unterschiedlich; teilweise sind sie recht flott unterwegs, andere werden jedoch zu Wegblockierern. Man zeigt sich jedoch tolerant und gibt bei Bedarf dem Hintermann den Weg frei. Nach 50 km wird mir immer mehr bewusst, dass sich dieser tolle Anlass dem Ende zuneigt und ich geniesse die letzten Downhills, bevor es wieder asphaltiert Richtung Zielbogen geht.

Balanceakt (Bild: Photo Godeau)

Inmitten eines grossen Zuschauerreigens gelange ich kurz nach Mittag ins Ziel des Trail des Roches und erreiche damit den 2. Rang meiner Kategorie.

Ich darf alle Liebhaber von tollen Trails auf Waldboden, gemischt mit Wurzeln und Steinen, mit gutem Gewissen dazu ermutigen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Ihr werdet es definitiv nicht bereuen!

Mehr Informationen zu der Veranstaltung unter http://www.traildesroches.com

Hier die Rangliste der Swiss Ultra Trail Läufer:

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