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Der Irontrail gehört zu den vielseitigsten Trail Veranstaltungen der Schweiz. Insgesamt werden 5 Distanzen angeboten. Wir waren dieses Jahr auf der T41 Strecke mit dabei. Diese führt von Davos über die Maienfelder Furgga nach Arosa und über den Strelapass zurück nach Davos. Der T41 ist in Tat und Wahrheit aber 49.5km lang, was zum Teil durch eine Umleitung begründet ist, und überwindet auf flüssigen Trails 2500hm D+.

Irontrail T 41 – Ein Tag in den Bündner Berge

Den Entschluss beim Irontrail T41 zu starten habe ich ehrlich gesagt relativ kurzfristig gefasst. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend: einerseits fand ich die Streckenführung von Davon nach Arosa und zurück schon seit längerem spannend und zum anderen hat mein Freund Reto den T41 als seinen ersten Ultra Trail auserkoren – und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit Lavaredo und Eiger Ultra Trail in den Knochen ist es klar, dass ich den T41 nicht als Wettkampf sondern als Genusslauf angehen werde.

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Die Nachmeldung in Davos funktioniert reibungslos – ein Dank hier auch an Simon Thomet vom Irontrail OK. Wie immer bei den Ultra Trails trifft man sofort viele Bekannte. Nach etwas Klatsch und Tratsch Reihe ich mich ins Starterfeld ein.

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Trailrunning mit Freunden (Bild: Swiss Ultra Trail)

Start und hoch über die Schatzalp zur Maienfelder Furgga

Der Startschuss fällt und das Feld setzt sich sehr gemächlich in Bewegung. Mir ist es recht. Schnell finde ich Reto und wir laufen durch die Strassen Davos‘ der Schatzalp entgegen. Das Feld reiht sich schnell ein und wir laufen bereits im ersten Aufstieg in einem guten Rhythmus. Es geht über Ziehstrassen wenig spektakulär hoch zur Schatzalp. Ab der Schatzalp geht’s dann endlich auf Singletrails weiter. In einem steten Auf und Ab bewegen wir uns mit viel Flow bewegen wir uns auf den ersten Verpflegungsposten zu.

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Downhill zur Staffelalp (Bild: Swiss Ultra Trail)

Nach einem Downhill erreichen wir Staffelalp – ein malerisches Plätzchen. Der Verpflegungsposten ist ausreichend bestückt und wir tun uns an den Bananen gütlich. Schliesslich geht’s jetzt hoch zur Maienfelder Furgga, dem höchsten Punkt der Strecke. Bevor wir losgehen, werden wir vom Streckenposten informiert, welchen Fanions wir folgen sollen. Diese Information hat offensichtlich die Spitze des Laufes nicht erreicht – die sind nämlich der Strecke des D21 gefolgt, die ebenfalls schon mit gleichen Fanion-Farbe ausgesteckt war. Leider geht diese D21 Strecke aufs Chörbschhorn rauf und nicht zur Maienfelder Furgga – 500 Höhenmeter brauchen die Spitzenläufer, bis sie merken, dass sie auf der falschen Strecke laufen. Das Rennen, respektive die Podestplätze sind für diese Gruppe gelaufen, einige hören auf, anderen laufen die D21 zu Ende, und Dritte steigen wieder ab und laufen auf der T41 Strecke weiter.

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Letzter Aufstief zur Maienfelder Furgga (Bild: Swiss Ultra Trail)

Wir steigen auf zur Maienfelder Furgga. Über steile Alpwiesen schraubt sich der Trail in die Höhe. Die Baumgrenze ist unter uns und das Wetter ist mittlerweile super. Es macht Spass und wir kommen gut voran. Die letzten 200 Höhenmeter vor dem Pass werden sogar noch alpin – der Trail und die Aussichten machen einfach nur Spass. Ein perfekter Trail Tag – ich geniesse es, ab von der Zivilisation durch die Alpen zu laufen.

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Maienfelder Furgga Passüberschreitung (Bild: Swiss Ultra Trail)

Runter nach Arosa

Nach der Passüberschreitung ist Arosa bereits in Sicht. Schade. Die Täler sind hier dicht bebaut und die Einsamkeit ist jeweils nur von kurzer Dauer. Der Trail ist von leichtem Geröll durchzogen und wird leicht technischer. Wir cruisen defensiv Richtung Tal – schliesslich sind wir knapp erst in der Hälfte. In diesem langen Downhill zieht sich das Feld vollends auseinander. Wir laufen alleine und nehmen das talwärts  immer sanfter werdende Gefälle konservativ mit. Das letzte Stück vor dem Untersee verläuft auf einer Ziehstrasse, welche sich dem Stausee und dem durch die Regenfälle üppig gefüllten Bach Plessur entlang nach Inner-Arosa. Vom Talboden beim Stausee bis zum Verpflegungsposten zieht es sich noch etwa 20 Minuten. In einer Zivilschutzanlage gibt es warme und kalte Speisen. Wir verpflegen uns. Da ich nicht am Limit laufe, nehme ich die Gelegenheit gerne wahr, mir ein schönes Käsebrot zu belegen.  Wir verlassen den Posten und laufen bin dem Essen in der Hand los. Es geht noch einmal 2-3 Kilometer runter, bevor man im Aufstieg des Schanfigger Höhenwegs dann gemütlich essen kann. So die Idee.

Das Käsebrot

Wie zwei Touristen joggen wir mit Essen beladen durch Arosa. Reto mit je einer Bananenhälfte in der rechten und linken Hand und ich mit meinem leckeren Käsebrot in den Fingern versuchen wir unten erneut am Stausee angekommen die hinteren Läufer anzufeuern. Wegen einer Streckenumleitung kommen uns am Stausee die Läufer von weiter hinten im Feld entgegen. Für einen Kilometer verläuft hier die Strecke im Gegenverkehr.

Endlich geht es aufwärts. Lange habe ich mich auf mein Käsebrot gefreut – nun ist es also soweit. Insgesamt ist das Brot zwar lecker, aber viel trockener als gedacht. So wird mein Gourmetbrot fast zur Überlebensübung, als mir zweimal die Bissen im Hals stecken bleiben. Mit Husten und Würgen begleitet geht es den Schanfigger Höhehnweg hoch. Der Trail ist wurzeldurchzogen, aber hübsch zu gehen. Stufe für Stufe arbeiten wir und nach oben. Medergen heisst die nächste Station, ein reizendes Bergdorf mit alten Bergbauernhäusern.

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Flowiger Singletrail nach Medergen (Bild: Swiss Ultra Trail)

Jatzalp und Strelapass

Der Trail verläuft angenehm steigend und fallend über die Bergwiesen. Wir sind wieder auf über 2000 Meter über Meer gestiegen als der Trail wieder um 400 Höhenmeter Richtung Jatzalp abfällt. Andere Läufer sind nur noch weiter weg ersichtlich und wir gehen den Downhill gemütlich an. Kurz nach dem Überschreiten des Baches geht es am Verpflegungsposten Tieja vorbei hoch zum Strelapass. 800 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Wir haben das Ziel gefasst in fittem Zustand auf dem Strelapass anzukommen um dann auf dem letzten Downhill noch einmal angreifen zu können. Stetig steigen wir nach oben. Der Trail ist alpin aber nicht schwierig. Die Passhöhe ist von weitem in Sicht.

Downhill runter zur Jatzalp (Bild: Swiss Ultra Trail)

Auf dem Strelapass gibt es noch einmal die Möglichkeit sich zu verpflegen, bevor es die letzten 5 Kilometer runter nach Davos geht. Der Trail ist toll gelegen und bietet noch einmal wunderbare Aussichten auf die gegenüberliegenden Berghänge. Wir bauen schnell an Höhe ab. Erst geht es über einen kurvigen Trail die steilen Weiden hinunter und dann auf einer Forststrasse in Tal. Auf diesem Kiesweg angekommen lassen wir es noch einmal richtig krachen. Auf dem letzten Kilometer überholen wir noch Johnny Pellegrini, der kurz nach uns als erster Mann hinter Andrea Huser den T201 abschliessen wird. Nach 7h 34min ins Ziel.

Der Irontrail T41 ist super zu laufen und definitiv auch für Einsteiger zu meistern. Mit der Streckenänderung in Arosa kamen wir insgesamt auf 49.5km mit 2580hm D+. Abgesehen von der Fehlleitung der Spitzengruppe kann man den Irontrail T41 gerne empfehlen.

 

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