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Frankreich ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wenn es ums Thema Trail Running geht. Ein Ultra Trail der auch immer wieder rege von Schweizer Läufern besucht wird ist der Trail du Gypaète unweit der Schweizer Grenze. Neben der 71km Distanz mit 4600hm D+ werden 3 weitere Trails angeboten. Kurt Nadler war für uns dabei und hat eine Schlammschlacht ausgefochten, die ihresgleichen sucht.

Trail du Gypaète

Die Region Thyez, unterhalb des Genfersees in Haus-Savoie, war mir bis anhin gänzlich unbekannt. Grund genug für mich, diese Gegend zu entdecken. Der Veranstalter bietet auf einer Rundstrecke unterschiedliche Formate an:

  • 71 km  – Les 3 lacs           4’600 Hm D+
  • 40 km – La Gypaète        3’342 Hm D+
  • 29 km – La Circaète        2’423 Hm D+
  • 13 km  – La P’tiote           1’118  Hm D+

Praktisch: Armlinge mit bedrucktem Höhenprofil (Bild: Kurt Nadler)

Ich entscheide mich für die längste Distanz und beziehe am Freitagabend in der Nähe des Starts in Thyez meine Unterkunft. Die vor mir liegende Aufgabe lässt mich gut und ruhig schlafen. Hätte ich bereits gewusst, was mich erwartet, hätte ich wohl kein Auge zugetan.

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Start in den frühen Morgenstunden

Pünktlich um 04:00 stehe ich im Startgelände und geniesse Kaffee mit pain au chocolat, welcher vom Veranstalter offeriert wird. Ich freue mich, meinen Lauffreund François wieder einmal zu treffen. Er ist bereits beim Start mit Blasen vom MAXI-Race des vergangenen Wochenendes handicapiert.

Es folgen noch einige Infos zur Strecke und um 04:30 geht es los. 121 Läufer nehmen die ersten flachen Kilometer in Angriff. Ich mag es, wenn kein Gedränge herrscht und sich das Feld relativ rasch auseinander zieht. Der kräftige Regen vom Vortag hat die Wege aufgeweicht, behindert aber das vorwärtskommen nicht. Nebelschwaden wechseln sich ab mit kleinen Sonnenstrahlen. Zeitweise klart der Himmel auf und gibt wunderbare Ausblicke auf die umliegende Bergwelt frei. Ständiges auf  und runter auf kleinen Wegen macht es abwechslungsreich und die Kilometer vergehen wie im Flug.

Ancienne Chartreuse du Reposoir (Kloster) (Bild: Kurt Nadler)

Die regelmässigen Verpflegungsstände bieten reichlich Auswahl und lassen keine Wünsche offen. Die Bénevoles sind sehr zuvorkommend und freundlich. Kurz nach 09:00 Uhr treffe ich in Le Chinaillon ein, wo gerade 230 Läufer auf die 40 km Strecke gestartet sind. Ich reihe mich in deren Mittelfeld ein, merke jedoch, dass diese sichtlich frischer sind als ich. Rucksack an Rucksack geht es nun auf die höchsten Punkte der Strecke. Hier liegt noch viel Schnee und die Downhills verkommen zur Rutschpartie.

„Sommerwetter“ in den Alpen

Nach 50 km spüre ich langsam die Müdigkeit in meinen Beinen. Nicht offizielle Verpflegungsstationen motivieren unterwegs aber zum Weitermachen. Ich beginne gerade meine Ankunftszeit zu berechnen, als der Himmel seine Schleusen öffnet. Ich ziehe mir für die letzten 10 km die Regenjacke über und bemerke, dass sich die Wege langsam in Bäche verwandeln.

Kurt am Lac de Lessy (Bild: Kurt Nadler)

1‘000 Hm sind noch zu überwinden und die 13 km Läufer, welche jetzt auch unterwegs sind,  sind beim Downhill sichtlich überfordert. Diese versperren zeitweise den Weg, hängen an den Bäumen, liegen am Boden oder wissen einfach nicht mehr weiter. Es belustigt mich, ihnen zuzuschauen bis ich kurze Zeit später selber ausrutsche und flach am Boden im Dreck liege. Ich ändere meine Taktik und trete nun jeweils mitten in den Schlamm, da dieser noch den besten Halt bietet. Teilweise stecke ich knietief im Schlamm. Normale Bäche sorgen für eine kurze Reinigung der Schuhe, bevor wieder weitere Schlammpackungen in Angriff genommen werden können. Ein solches Ausmass habe ich noch nirgends erlebt. Die anderen Trailläufer nehmen dies zu meinem Erstaunen aber relativ gelassen hinweg. Ich bin jedoch froh, als ich endlich wieder Asphalt unter meinen Füssen habe und das Ziel in Sichtweite gelangt.

Nach 12:14 Std und einem 5. Platz in meiner Alterskategorie bin ich sehr zufrieden. Eine Teilnahme kann ich dank der tollen Organisation jedem nur weiterempfehlen.

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