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Der Madeira International Ultra Trail MIUT führt im Rahmen der Ultra Trail World Tour die Läufer über 2 Ultra Distanzen (115km/7000m D+ und 85km/4400m D+) sowie weitere kürzere Läufe quer über die Insel Madeira. Gabi Schenkel ist auf der 85km Distanz (Ultra) mitgelaufen. Andrea Huser konnte über die 115km Distanz (MIUT) den zweiten Platz für sich entscheiden.

Autor: Gabi Schenkel

Freitag vor dem Start

Nach dem Donnerstag im Dauerregen, starken Winden und etwas kühlen Temperaturen ist der Himmel auch noch Stunden vor dem Startschuss des MIUT recht bedeckt und angeregte Diskussionen über die ideale Kleiderwahl begleiten das frühe Abendessen in Santa Cruz. Wir waren alle etwas spät dran mit der Hotelbuchung und logieren etwa 10 Minuten Taxifahrt (oder Bus) von Startnummernausgabe und Ziel entfernt im Hotel Santa Caterina. Auch wenn alle dort wirklich nett waren, sollte die Wahl aber wenn möglich für weitere Teilnahmen besser auf ein Hotel in Machico fallen.

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Start MIUT

Mit dem Bus fahren meine Mitstreiterinnen auf der langen Strecken Andrea, Angela und Claire um 21:30 von Hotel nach Porto Moniz, wo anschliessend um Mitternacht der Startschuss im leichten Nieselregen fällt. Wie ich später höre, konnte sich Andrea gut unter die ersten 100 Läufern einreihen und in stetigem Schritt den ersten grossen Anstieg geniessen, während Angela im hinteren Teil des Feldes bereits viel Zeit mit Anstehen verliert, weil sich das grosse Teilnehmerfeld  beim ersten Anstieg über 10 Minuten staut und nur langsam bewegt.

Start Ultra

Während die Andrea, Angela und Claire durch die Nacht laufen, schlummere ich noch einige Stunden im Hotel und werde um 5:00 mit dem Bus zum Start nach São Vicente gefahren, wo es um 7 Uhr losgeht. Kurz nach dem Start gibt es auch beim Ultra eine Wegverengung, aber das Anstehen ist nur sehr kurz und das Feld verteilt sich schnell.

Nach gut 35 Kilometer des MIUT kommt die Streckenführung mit der des Ultras zusammen. Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Schnittpunkt erreiche, ist Andrea bereits etwa 15km weiter und geniesst die mehrheitlich technischen Trails. Ich komme bis Curral das Freiras bei Kilometer 29, respektive Kilometer 60 des MIUT, gut voran.

Curral das Freiras – Pico do Areeiro

Die Schlaufe in Curral das Freiras ist etwas mühsam und wir sind eher etwas unerwartet bereits der prallen Sonne ausgesetzt. Die Hitze steht und es weht kein Lüftchen. Den folgenden Anstieg zum Pico Ruvio und der Abschnitt zum Pico do Areeiro mit den unzähligen Treppen kann ich aber trotzdem in vollen Zügen genossen. Der Ausblick auf die zerklüfteten Gebirgsformen oberhalb der Wolkendecke, welche in den Tälern auf circa 1000 Metern jeweils etwas hängen bleibt, ist atemberaubend und erinnert stark an La Réunion.

Atemberaubende Aussichten auf Madeira (Bild: Gabi Schenkel)

Pico do Areeiro – Portela

Der Abstieg nach Ribeiro Frio ist anfangs sehr einfach und entspannt. Unterdessen sind noch weitere 600 Läufer der Marathondistanz auf derselben Strecke unterwegs, Der steile und technische Trail wird zu einer schlammigen Rutschpartie. Ich rutsche zum Glück nur einmal vom Trail den Abhang hinunter. Meine Mitstreiterin Angela „färbt“ sich hingegen den Hosenboden mit rekordverdächtigen 12 Stürzen. Der steile Anstieg nach Poiso ist dann dank der regelmässig gesetzten Treppenstufen aus abgerundeten Steinen beinahe angenehm zu laufen. Auch das auf dem Höhenprofil nicht erkennbare, nur flach abfallende Hochplateau ist ein Genuss. Vor Portela sind noch einige Kilometer auf einer breiten Schotterstrasse zu bewältigen.

Verwundene Pfade und steile Treppen (Bild: Gabi Schenkel)

Portela – Machico

Der letzte Trail – Abschnitt ist abgesehen von einem kleinen, steilen und wieder schlammigen Downhill (1,2km/300mD-) malerisch und einfach zu laufen. Als Andrea als lachende 2. Frau bereits ins Ziel einläuft, haben Claire und ich noch ein paar Stunden vor uns. Nach dem Einbruch der Nacht kommen wir in den Genuss einer kleinen Überraschung der Gemeinde, welche mit Generatoren den Küstenweg über mehrere Kilometer mit Beleuchtung versehen hat.

Auf dem Weg ins Ziel (Bild: MIUT)

Wieder in der Dunkelheit macht sich mein fehlendes Bergtraining mit Krämpfen bemerkbar. Mein Blick ist vornehmlich auf den Leuchtkegel meiner Stirnlampe fixiert und ich erreiche nach 16 Stunden und 55 Minuten kurz vor Mitternacht das Ziel.

Der MIUT ist ausnahmslos super organisiert. Der Bustransport zu den Startpunkten verlief wie am Schnürchen, die Streckenmarkierung ist top und die Verpflegungsposten sind sehr reichhaltig ausgestattet. Neben den üblichen Früchten, Chips und Getränken gibt’s auch abwechslungsweise Hühnerbrühe, Reis mit Hackfleisch und die Brotscheiben sind bereits griffbereit mit Nutella oder Erdnussbutter beschmiert.

Autor: Gabi Schenkel

Herzliche Gratulation zum guten Rennen auf Madeira, Gabi. Viel Erfolg für die kommende Saison.

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