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Der Transgrancanaria ist jeweils das erste Rennen der Saison der Ultra Trail World Tour in Europa. Da die meisten heimischen Athleten früh im Jahr nicht nach Hong Kong oder Neuseeland fliegen wollen, kommt es auf Gran Canaria zum ersten Showdown. Wir haben mit Andrea Huser, Helene Ogi, Denise Zimmermann und Urs Jenzer gesprochen. Die Interviews findet ihr weiter unten. Beim Transgrancanaria werden 3 wichtige Distanzen angeboten:

  • Transgrancanaria 125km mit 8000hm D+/-
  • Advanced 83km mit 4300hm D+/-
  • Marathon 44km mit 1200hm D+/-

Starker 3. Platz von Diego Pazos (Bild: Veranstalter)

Übersicht Transgrancanaria 2016

Beim diesjährigen Transgrancanaria haben die Schweizer ordentlich zugelangt. Neben zahlreichen Top-Positionierungen haben es zwei Schweizer sogar auf das Podest geschaft:

Transgrancanaria 125km Frauen:

Transgrancanaria 125km Männer:

  • Platz 1: Didrik Hermansen (13h41min)
  • Platz 2: Gediminas Grinius (13h45min)
  • Platz 3: Diego Pazos und Pau Capell  (14h11min)
  • Javier Blanco Fink läuft auf Rang 30, Patrick Frei auf 38 und Ramon Casanovas auf 40.

Transgrancanaria Advanced 83km:

Stimmen & Eindrücke

Mit Andrea Huser, Helene Ogi und Denise Zimmermann bei den Frauen sowie Diego Pazos und Urs Jenzer bei den Männern waren verschiedene bei den Swiss Ultra Trail Awards 2015 top-platzierte Athleten beim Transgrancanaria am Start. Wir haben mit Andrea, Helene, Denise und Urs gesprochen. Hier die Eindrücke:

Q: Herzliche Gratulation zu Euren top Resultaten. Wie lief das Rennen?

Andrea: Das Rennen verlief im Grossen und Ganzen so, wie ich es mir vorgenommen hatte. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich mich dieses Mal auch nur einmal verlaufen. Dass Uxue Fraile und ich plötzlich auf Rang 2 und 3 laufen, war hingegen schon eine Überraschung. Uxue hat von Ihrem Betreuer erfahren, dass Nuria Picas das Rennen aufgeben hat. Der Höhepunkt war, das ich bei Tagesanbruch auf der Strecke schon deutlich weiter war als im Jahr zuvor. Das hat mir gezeigt, dass ich sehr gut unterwegs bin.

Helene: Ich fühlte mich gut vorbereitet auf das Rennen in Gran Canaria und freute mich riesig.  Da ich 2015 den Transgrancanaria wegen Hüftschmerzen abbrechen musste, war die die Anspannung grösser als sonst. Schon am Start hatte ich ein ungutes Gefühl im Bauch, doch ich hoffte, dass es nur die Nervosität war, die nach einiger Zeit verschwinden würde. Nach dem Start genoss ich es in der warmen Nacht zu laufen und konnte stetig überholen.  Bei der 2. Verpflegung teilte man mir mit, dass ich die 6. Frau sei. Das erstaunte mich sehr. Da mein Magen immer noch rebellierte, vermied ich isotonische Getränke und trank nur noch schluckweise Cola. Ich kam weiter gut voran, doch die Energieaufnahme bereitete mir je länger je mehr Mühe. Beim Abstieg vom Pico Nieves erinnerte ich mich gut an letztes Jahr, und dass ich dort wegen Schmerzen an der Hüfte das Rennen abbrechen musste. Da ich muskulär aber keinerlei Probleme hatte, war für mich klar, dass ich das Rennen dieses Jahr fertig laufen würde. Da aber die Kräfte immer mehr nachliessen musste ich das Tempo bis aufs Gehen reduzieren, und das kostete natürlich viel Zeit. Als ich versuchte im letzten Abschnitt durch das steinige Bachbett wieder zu laufen, war dann endgültig Schluss und ich musste mich mehrmals übergeben. So lief ich einfach völlig ausser Konkurrenz das Rennen zu Ende mit dem Ziel gesund und ohne Medikamente in Maspalomas einzulaufen.Da ich dies auch geschafft habe, bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden und ich freue mich bereits auf die nächsten Wettkämpfe.

Urs: Da das Rennen am Anfang sehr schnell war, brauchte ich ein paar Kilometer um meinen Rythmus zu finden  und die Spitzengruppe einzuholen. Beim ersten grossen Aufstieg nach 13 Kilometer fiel die Gruppe auseinander, so dass ich mich mit zwei Spaniern bis zum höchsten Punkt (beim Advanced ist das cairka die Rennhälfte) hoch kämpfte. Leider musste ich die beiden im anschliessenden Downhill ziehen lassen, da meine Oberschenkelmuskulatur bereits steinhart war. Ich hielt meinen Rythmus noch so hoch wie irgendwie möglich, und musste etwa 10km vor dem Ziel einem weiteren Spanier den Vortritt lassen. Dennoch bin ich super happy mit meinem Rennen.

Denise: War einmal mehr ein tolles Erlebnis. Vor allem wenn man weiss, dass der Winter in der Schweiz wieder zurück gekehrt ist. Für mich ist der Transgrancanaria immer wieder ein guter Start in die neue Saison. Ich sehe den Lauf immer als den Zeitpunt um dem Winter den Rücken zu zukehren und ein erstes langes hartes Training zu machen. Da ich im Winter nicht soviel trainiert und sehr wenig Höhenmeter gemacht habe, bin ich mit dem Lauf zufrieden. Am besten lief es mir so zwischen Kilomenter 20 und 50. Danach spürte ich, dass ich etwas zu wenig gegessen hatte. Zum Glück gab es nach 80 Kilometern Pasta. Am schlimmsten waren aber die letzten 15 Kilometer. Es gab sehr viel mehr  Steine auf dem Schlussstück im Vergleich zum Vorjahr.

Andrea Huser auf dem Weg zum 2. Platz (Bild: Veranstalter)

Q: Was waren die Tief- und Höhepunkte?

Andrea: Der Tiefpunkt war kurz nach dem ich Emelie Lecomte humpelnd eingeholte habe und selber in einem rutschigen Downhill mein Knie „einstauchte“. “Das war’s dann wohl“ habe ich für einen Moment gedacht. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm und die Schmerzen gingen wieder weg. Nach Pico  Nieves bin ich an 2. Position mit cirka 5 Minuten Vorsprung auf den 3. Platz in einem Downhill vom Trail abgekommen und zu weit nach unten gelaufen. Ich musste dann alles wieder aufsteigen, was ziemlich Kraft gekostet hat. Uxue war dann bereits vorbei gezogen. Besonders genervt hat mich, dass die Abzweigung, die ich fälschlicherweise genommen hatte, nach dem Aufstieg dann korrekt abgesperrt war… Ich habe mich dann wieder auf den zweiten Platz vorgekämpft und bin super glücklich, dass ich diesen dann auch in Ziel laufen konnte. Ich hatte nicht erwartet bereits beim Transgrancanaria auf das Podest zu laufen.

Helene: Einer der Höhepunkte war, als ich auf dem Weg nach Arteara die Chinesin Li Dong überholen konnte. Als ich im Bachbett nach Ayagaures nur noch gehen konnte und die ganze Zeit überholt wurde, war dies sicher der Tiefpunkt.

Urs: Ein Höhepunkt war sicher die grandiose Aussicht auf den Roque Nublo und Pico Nieves, nachdem sich der Nebel auf dem Cruz de Tejeda verzogen hatte. Richtig schwere Tiefpunkte hatte ich keine, oder ich habe sie bereits wieder verdrängt.

Ein Teil der Schweizer Delegation: Helene Ogi, Urs Jenzer, Diego Pazos und Andrea Huser (Bild: Helene Ogi)

Q: Wie habt ihr Euch auf ein so langes Rennen so früh in der Saison vorbereitet?

Helene: Zur Vorbereitung habe ich den Valencia Ultra Trail im Januar gemacht und den Gluex 2 Wochen vor dem Transgrancanaria. Natürlich war ich auch sonst viel in der Bergen unterwegs, da ja der Schnee relativ lang hat auf sich warten lassen.

Andrea: Ich habe mich mit Skitouren und Skitourenrennen fit gehalten. Zudem bin ich auch viel gelaufen und habe ebenfalls einige Kilometer auf dem Mountainbike zurückgelegt.

Urs: Zum Glück war der Winter bei uns im Berner Oberland nicht so streng, und ich konnte etliche Höhenmeter und Kilometer zu Fuss oder als alternative auf den Langlaufski absolvieren. Zudem verbrachte ich eine Woche auf Teneriffa, und konnte dort auf super Trails bereits wärme für Gran Canaria tanken.

Herzliche Gratulation Euch allen noch einmal zu dieser Top-Leistung.

 

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