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Die Sonne scheint, wir sitzen entspannt bei einer Flasche Wasser und einem Minztee auf der Terrasse der alpinen Skihütte CAF in Oukaimeden. Ca. 1,5 Autostunden westlich des orientalischen Marrakesch, im Gebirge des marokkanischen Hohen Atlas, liegt das verschlafene Dörfchen Oukaimeden auf ca. 2600 Höhenmeter. Der UTAT, Ultratrail Atlas Toubcal, hat zum 7. Male die Trailrunner-Welt eingeladen ein aussergewöhnliches Laufevent zu erleben. 3 Strecken über 26, 42 und 105 km in 4 Wettbewerben decken ein ungewöhnlich breites Läuferspektrum ab. Und sie kommen von überall her. 14 verschiedene Nationen sind am Start. In diesem Jahr sind es so viele wie noch nie deutschsprachige Läufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dabei in diesem Jahr ist der absolute Shootingsstar auf den Trails über 100km-Länge, Andrea Huser, Gewinnerin des Swissirontrail T201 und des technisch schwierigen TDS im Rahmen der UTMB-Veranstaltungen in Chamonix.

Autor: Oliver Binz

Q: Andrea, Du hast 2015 die Aufmerksamkeit auf Dich gezogen. Wie fühlt es sich an, deine Kraft optimal umzusetzen und die Konkurrenz zu beherrschen?

Andrea: Ich habe in diesem Jahr die Liebe zu den Ultratrails so richtig entdeckt. Es ist sehr spannend die schönsten Trails auf der ganzen Welt zu laufen. Natürlich fühlt es sich sehr gut an, das eine oder andere Rennen gewinnen zu können. Ich beherrsche ja nicht gerade alle Konkurrenz, um mit der Spitze der Ultratrail-Szene mithalten zu können, müsste ich wohl noch etwas professioneller werden.

Q: Von wo kommst du und wie kannst du Dich auf die aktuell härtesten Wettkämpfe vorbereiten?

Andrea: Ich wohne in einer der schönsten Bergregion der Schweiz im Berner Oberland. Nicht weit vom Eiger Ultratrail entfernt und wer den kennt, weiss um die schöne Landschaft. Ich liebe es in den Bergen herumzurennen und nutze auch mein Hausberg auf allen verschiedenen Bergwegen im Training. Da ich vom Mountainbiken komme, fahre ich zum Ausgleich auch mal eine Biketour.

Q: Dein grandioser Wettkampf beim UTAT über die 105km und 6500hm D+/-  endete mit einem Streckenrekord bei den Frauen, 1. Platz bei den Damen und einem sehr beeindruckenden 4. Gesamtplatz. Wie erging es Dir während dem Lauf?

Andrea: Ich dachte ich hätte mehr Mühe in der Höhe, jedoch ging es überraschend gut. Ich hatte Spass an den Trails und lief meinen Rhythmus. Die Landschaft sowie die beeindruckenden Bergdörfer halfen mir einige Krisen erfolgreich zu überwinden.

Q: Welche sportlichen Erfahrungswerte nimmst du hier aus dem Hohen Atlas mit nach Hause?

Andrea: Ich empfand das eher lose Gelände als anspruchsvoll, im Allgemeinen ein Paradies für Trailrunning! Die Berglandschaft ist sehr beeindruckend, ganz anders als in der Schweiz. Zu sehen wie die Einheimischen die Berge runter „rasen“ mit normalen Turnschuhen oder Sandalen, war sehr eindrücklich und zeigte mir, es geht auch ohne Trailrunningschuh abwärts.

Q: Einschlafen und ein Start auf 2600 Meter, ist das eine Herausforderung für den Körper? Wie war deine Akklimatisierung?

Andrea: Ich bin erst einen Tag vor dem Start angereist, da es für die Akklimatisierung mindestens eine Woche braucht. Drei Tage vor dem Rennen macht keinen Sinn, da der Körper eher müde wird. Ich bin einen schlechte Schläferin und habe da oben nicht viel geschlafen, auch das war mir zum Voraus bewusst und mit ein Grund warum ich knapp anreiste.

Q: Ausrüstung und Schuhe. Was würdest du als wichtigstes Ausrüstungteil beim UTAT benennen?

Andrea: Genügend zu trinken! Die Schuhe sind sicher wichtig, einen guten Trailrunningschuh ist sinnvoll und für solche langen Trails und bei Hitze sollte er auch genug gross sein.

Q: 105km Trailrunning im marokkanischen Hohen Atlas bei sehr warmen Umgebungstemperaturen – Anstieg auf über 3600 Meter – wie ernährt man sich während des Laufens überhaupt als Spitzenläufer?

Andrea: Ich ernährte mich mit Getränkepulver Competition von Sponser und Energygels. Regelmässig nehme ich ein Eiweisspräparat Ultrapro von Sponser, welches sehr magenerträglich ist. Die angebotenen Kartoffeln vom Veranstalter schätzte ich sehr! Als ich hungrig an einem Checkpoint ankam, erhielt ich sogar ein Twix welches ich sehr genossen habe.

Q: Was faszinierte Dich am Ultratrail Atlas Toubcal am meisten?

Andrea: Die Berglandschaft, die kleinen Bergdörfer und die familiäre Athmosphäre des Veranstalters.

Vielen Dank für das Erlebnis


Die Zahlen und Ergebnisse:

105 km mit +/- 6500 Höhenmeter: 1.Platz mit einer Zielzeit von 15:47 Std:min

Gesamtklassement: 3.Platz

Autor: Oliver Binz; 3 facher Finisher beim UTAT 105km und Vertreter des UTAT’s für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz

Informationen: www.atlas-trail.com, oder direkt bei Oliver Binz unter utat.ger@atlas-trail.com

Bilder: Mit Genemigung von UTAT Ultratrail Atlas Toubcal

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