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Der Frühling ist da und pünktlich mit ihm kommt der neue Salomon S-Lab Sense 4 Ultra in die Regale. Das aktuellste Modell sieht seinem Vorgänger sehr ähnlich, bringt jedoch eine wesentliche Veränderung mit sich. Wir wollten es genau wissen und haben beide Modelle verglichen. Hier der Testbericht von einem, der weiss von was er spricht – Nico Schefer ist seit drei Jahre auf kurzen wie auf langen Strecken  fast ausschliesslich im Sense unterwegs.

Seit der Sense am Western States 2011 von Kilian erstmals getragen wurde, bringt Salomon mindestens einmal im Jahr eine überarbeitete Version des markanten roten Schuhs auf den Markt. Der erste Sense war radikal, ohne Fersenprofil und extrem leicht. 2013 kam der Sense Ultra mit dem schwarzen Heck. Er war etwas stabiler gebaut und profilierter, jedoch nur 10g schwerer. Kurz darauf brachte Salomon den Sense 2 (weiss mit roter Schnürung) und im Frühling 2014 den Sense 3 (weiss mit weisser Schnürung). Mit der aktuellsten Version 4 des Sense macht Salomon einen der grössten Schritte in der Entwicklung, bleibt dem Konzept aber treu.

Salomon S-LAB Sense 4

Salomon S-LAB Sense 4

Zuerst zu dem, was vom Vorgängermodell übernommen wurde: Die Passform ist dieselbe, die Leiste bleibt unverändert. Wem der Sense gepasst hat, dem wird er weiterhin passen. Die Zunge, der Endofit™ Innenschuh und das Schnürsystem fallen von Form und Schnitt so aus wie beim alten Sense, lediglich die Laschen der Schnürung sind mit einem ZickZack-Stich etwas eleganter vernäht.

Das Aussenmaterial hat einen satinierten Finish und eine Prägung erhalten. Das luftdurchlässige Obermaterial im Vor- und Mittelfussbereich hat eine leicht veränderte Struktur und ist etwas dichter gewoben.

Der Aufbau der Ferse bleibt wie gehabt. Die dünne Innensohle ist unverändert, bei meinem Modell jedoch vorne nicht angeklebt. Ich denke, dass es sich um einen Produktionsfehler handelt, da ein Hauch von Kleber sichtbar ist, der jedoch nicht hält.

Der neue Sense bringt pro Schuh 20 Gramm mehr auf die Waage.  Den Grund für das zusätzliche Gewicht findet man in der Sohle. Form, Höhe und Sprengung sind unverändert, die Gummimischung wurde aber angepasst. Die Sohle ist deutlich härter geworden und gibt bei Druck weniger leicht nach.

Der neue Sense bekommt etwas mehr Material unter die Sohle

Der neue Sense bekommt etwas mehr Material unter die Sohle

Auch das Profil der Aussenhohle wurde verändert. Die Dreiecke sind durch Vierecke ersetzt, welche eine etwas grössere Oberfläche haben und gleichmässiger über den Vor- und Mittelfuss und die Ferse verteilt sind. Salomon verzichtet auf die zwei weissen Linien an der Sohle, die sich wohl nicht nur bei meinen Schuhen immer wieder abgelöst haben.

Schluss mit den Fakten, raus auf den Trail. Meine Teststrecke führt auf Zürichs Hausberg, den Uetliberg. Zuerst Asphalt, dann Kies, Trail, Schnee, eine steile Downhillpassage und wieder Asphalt. Als erstes fällt die härtere Dämpfung auf, der Schuh läuft sich leicht, jedoch etwas weniger fluffig. Auf Asphalt wird ein unbeabsichtigtes Auftreten mit der Ferse direkt mit einem harten Schlag bestraft, da hat der Sense 3 definitiv mehr zugelassen.

Der Grip des Sense 4 konnte trotz der härteren Mischung nochmals verbessert werden. Auf Unterlagen wie Stein, Kies und Holz hält der Schuh unglaublich gut und ist hier ausser Konkurrenz. Steinchen und Unebenheiten steckt er durch die harte Sohle nun etwas besser weg, er ist sehr direkt und immer noch präzise. Für lange Läufe auf technischen Trails scheint mir die harte Sohle eine gute Wahl zu sein, der Schuh schont so etwas die Fusssohlen. Die Schnürung und das Obermaterial funktionieren wie beim Sense 3 tadellos, hier hat sich nichts verändert.

Gripp?! Ja bitte...

Gripp?! Ja bitte…! Sense 3 vs. Sense 4

Über die Langlebigkeit kann ich noch nichts sagen. Bis jetzt hat jeweils die Sohle dem kurzen Leben des Sense ein Ende gesetzt. Der Vorfussbereich war, trotz meines geringen Gewichts von 60kg, nach 480 – 550 Kilometer abgelaufen. Gut möglich, dass der Sense 4 mit der härteren Sohle und den etwas grösseren “Noppen” ein paar Kilometer mehr erträgt. Das wäre zu wünschen, denn seit meinem ersten Sense war der Verschleiss doch recht hoch: 14 Paar Sense, davon zwei Soft Ground. Paar Nummer 15 und 16 stehen bereit für den Frühling.

Der neue Sense ist eine gelungene Weiterentwicklung. Durch die härtere Sohle fordert er vom Läufer eine gute Technik und richtet sich noch stärker an leichte Vorfussläufer. Er dämpft weniger als der Sense 3, filtert Unebenheiten und spitze Steinchen aber besser heraus und bietet sich so für lange und schwere Trails an. Der neue Sense ist sicher härter im Geben. Dass er auch härter im Nehmen ist, muss er noch unter Beweis stellen.

Autor: Nico Schefer
Bilder: Nico Schefer

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