Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Es gibt Leute, die den Esprit und die Euphorie von grossen Ultras mögen; und es gibt Leute, die sich lieber vom Mainstream weg bewegen. Michael Frenz und Guido Huwiler gehören definitiv zur zweiten Gruppe. Ob Spine Race oder PTL  – der Weg, oder besser gesagt das Finden dessen, steht im Vordergrund. Im Sommer 2014 soll ein solcher Ultra auch auf Schweizer Boden stattfinden – Rütli Ultra Trail Hundred RUTH.

Flyer

Flyer

Q: Der Rütli Ultra Trail Hundred mit 100 Meilen und 12‘910 Höhenmetern ist mit 5 Verpflegungsposten und keiner Streckenmarkierung ein sehr minimalistischer Event. Um was geht es genau? Was sind die Highlights?

Michael: Unser Anspruch mit der Veranstaltung des Rütli Ultra Trail ist es, einen neuen schönen 100 Meilen Ultra Berglauf im Herzen der Schweiz ins Leben zu rufen. Die Zentralschweiz mit dem Start und Zielort in Luzern bietet dazu ideale Bedingungen einen landschaftlich, geschichtlich und mythisch aufgeladenen Lauf zu erleben.

Die Laufstrecke führt über die Rigi, den Pilatus als auch über das anspruchsvolle Stanser Horn und den Brisen. Ebenso führt die Laufstrecke an den wichtigsten geschichtlichen Schauplätzen aus der Gründung der Eidgenossenschaft vorbei. So wird beispielsweise an der Axenstrasse die Tellsplatte besucht und in Altdorf passieren die Läufer das Wilhelm Tell Denkmal. Selbstverständlich darf die „hohle Gasse“ in Küssnacht nicht fehlen.

100 Meilen durch die Zentralschweiz

100 Meilen durch die Zentralschweiz

Mit 100 Meilen Streckenlänge und ca. 13.000 HM im Anstieg wird der Lauf vieles von den Läufern abverlangen. Allerdings wollen wir mit dem großzügigem Zeitlimit von 72 Stunden möglichst viele Läufer in die Zentralschweiz einladen. Nicht zuletzt um die Möglichkeit zu haben, dreimal einen Sonnenaufgang in den Bergen zu erleben.

Fast 13'000 knackige Höhenmeter

Fast 13’000 knackige Höhenmeter

Q: Die 100 Meilen mit 12‘910 Höhenmetern führen auch über das Rütli – viel schweizerischer geht es fast nicht. Wer wird mitmachen?

Michael: Das Echo erleben wir als überwältigend. Wir haben viele Nachfragen vor allem aus der Schweiz und Deutschland. Es haben sich auch Personen aus Spanien und Norwegen interessiert. Selbst jetzt bei der kurzfristig angesetzten Premiere können wir ein internationales Teilnehmerfeld auflisten. Darauf sind wir sehr stolz.

Wir rechnen in 2015 mit ca. 100 Teilnehmern auf der 100 Meilen Strecke. Dazu werden wir auch einen Teamlauf anbieten, bei dem sich 2 Läufer die Strecke hälftig teilen. So hat der eine die wunderschöne Rigi und der andere den Pilatus zu laufen. Insbesondere bei den „kurzen“ Laufstrecken rechnen wir noch einmal mit ca. 50 Teams in 2015.

Einmal um den Vierwaldstätter See

Einmal um den Vierwaldstätter See

Q: Wird es bei der Erstausfühung bleiben oder gibt es in den nächsten Jahren weitere Durchführungen?

Guido: Wir planen den Lauf in der Schweiz als regelmässig stattfindende Laufveranstaltung zu etablieren, 2014 ist nur der Auftakt. Der Rütli Ultra Trail soll kein kleiner Ultralauf sein, bei der diesjährigen Premiere werden wir aber aller Wahrscheinlichkeit nach noch ein kleines Läuferfeld bleiben. Das liegt hauptsächlich daran, dass nahezu alle Läufer ihre Saisonplanung schon abgeschlossen haben.

Unser erklärtes Ziel ist es: Einen neuen faszinierenden Ultra professionell auf die Beine zu stellen, mit all unserer Erfahrung als Läufer. Dabei bedeutet die Lauforganisation für uns vor allem das mit anderen zu teilen was wir gerne tun: Traillaufen in ausserordentlich schönen Gegenden. Und das wird wohl auch das besondere Merkmal des Rütli Ultra Trail bleiben.

An schönen Ausblicken soll es nicht mangeln

An schönen Ausblicken soll es nicht mangeln

Q: Wo wird sich die Ultra Szene Eurer Meinung nach hinentwickeln?

Guido: Die Ultralaufszene ist vielschichtig und wird sich aus meiner Sicht in drei bis vier Richtungen entwickeln.

  1. Sie wird noch professioneller werden. Traillaufen ist für den Menschen die Möglichkeit sich in der Natur auf natürlichste Weise zu bewegen und einen Wettkampf zu erleben. Für Profiläufer ist Professionalität der einzige Weg ihren Beruf komplett leben zu können. Für Ausrüster bieten die Profis und die Läufer ideale Bedingungen um immer besseres und leichteres Equipment zu entwickeln. Wichtig scheint mir, dass trotzdem der Geist des Abenteuers und der Natur nicht vergessen geht.
  2. Trailläufe die vor allem Laufbetont sind, als Strecken die von den Spitzenathleten fast durchgehend gelaufen werden können und wo der Athlet sich nicht oder nur beschränkt orientieren muss und soll. Dazu zählen in der Schweiz sicher Verbier St. Bernard, der Eiger Ultra und der Mountainman.
  3. Läufe die von Vereinen oder Einzelpersonen organisiert werden und von der persönlich eingebrachten Leidenschaft des Veranstalters leben. Dies sind die Perlen zwischen den professionell organisierten Läufen.
  4. Ich beobachte mit Freude dass immer mehr Laufveranstaltungen organisiert werden, welche das Laufen mit Abenteuer verbinden. Hier werden nebst der Fähigkeit zu Laufen Fähigkeiten wie Orientierungsvermögen, der Umgang mit Karte Kompass oder GPS gefordert und sogar die Fähigkeit draussen zu biwakieren. Zu diesen Events gehört sicher das Spine Race, der Arctic Ultra und der Frostskate 500. Der Rütli Ultra Trail verlangt von den Teilnehmenden die Fähigkeit mit GPS zu laufen und aufgrund der eher weit auseinander liegenden Verpflegungsposten Organisationstalent und ein gutes Selbstmanagement. Da viele Dörfer und Orte durchquert werden kann bei Bedarf auch in einem Laden eingekauft werden.

Michael: Ich denke, dass insbesondere Landschaftsläufe mehr Zulauf erhalten werden, die etwas Besonderes bieten können, dazu darf auf keinen Fall der Abenteuercharakter fehlen. Die Menschen wollen etwas erleben und suchen herausfordernde aber machbare Läufe. Die Läufer investieren viel: Ausrüstung, Training, Zeit: all das soll sich bei den Events auszahlen und möglichst viel genussvolle Zeit in der Natur bringen.

Vielen Dank für das Interview und wir wünschen Euch für die Erstaustragung viel Erfolg.

Interview: Alex Brennwald
Bilder: Michael Frenz

Werbung
Follow us on Facebookschliessen
oeffnen