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Schweizer Ultra Szene in Zahlen

Die Ultra Saison 2013 ist beendet und die Ergebnisse des Jahres liegen vor. Ein guter Zeitpunkt für etwas Statistik: In der Zeitreihe 2010 bis 2013 lässt sich für die Schweizer Ultra Szene erstaunliches ablesen. Hier die Ergebnisse in Kurz-Form:

  • 2013 finishen doppelt so viele Läufer (5’451) einen CH Ultra als noch 2007
  • Etwa ein 1/6 aller Finisher von Schweizer Ultras sind weiblich
  • 2’277 Ultra Läufer leben in der Schweiz und laufen 1.4  Mal im Jahr einen Ultra
  • 2013 ist der K78 Durchschnittsläufer 1h36 langsamer als sein Vorgänger 1998

Die Schweiz bleibt vom Ultra Boom nicht unberührt

Blieben die Finisherzahlen an Schweizer Ultra Läufen in den Jahren 2000 bis 2006 relativ konstant bei etwas unter 3’000 Teilnehmern pro Jahr, so sind diese in den Folgejahren 2007 bis 2013 regelrecht in die Höhe geschossen. Mit der erfolgreichen Saison 2013 hat sich die Anzahl der Finisher im Gegensatz zum frühen 2000er Plateau fast verdoppelt. Dies entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von ca. 13.5%.

Ultras auf Schweizer Boden liegen im Trend

Chart 1: Teilnehmer Entwicklung an Schweizer Ultras

Ultra Laufen wird bei Frauen immer beliebter

Obwohl die Quote 15.8% von weiblichen Finisher bei Schweizer Ultra Läufen deutlich besser ist als noch im Jahr 2000, würden wir uns über mehr als 1/6 weiblicher Beteiligung freuen.

Fast 1/6 aller Ultra Läufer in der Schweiz sind Frauen

Chart 2: Aufteilung der Finisher an Schweizer Ultras nach Geschlecht

2’277 Ultra Läufer sind in der Schweiz zu Hause

Im 2013 haben 2’277 Schweizer irgendwo in der Welt erfolgreich einen Ultra Marathon gefinisht. Die Szene ist zwar nach wie vor überschaubar, aber sie ist bereits mehr als doppelt so gross als noch vor 7 Jahren. Zudem sind die Schweizer Ultra Läufer aktiver geworden: So liefen die durchschnittlichen Ultra Läufer zwischen 2000 und 2007 zum Beispiel etwa 1.17 Mal im Jahr einen Ultra, wobei die heutigen Ultra Sportler 1.4 Mal im Jahr die Wettkampfschuhe über eine Distanz von mehr als 42.2km schnüren.

Mehr Schweizer laufen mehr Ultra

Chart 3: Entwicklung der Schweizer Ultra Läufer allgemein

Leistungsfähigkeit nimmt ab

Die Leistungsfähigkeit der Schweizer  Ultra Trail Läufer lässt sich schwer beurteilen. Als Näherungswert muss die Finisher Statistik des Swissalpine Marathon K78 herhalten, da sie als einziger Trail Ultra eine ausreichend lange Zeitreihe darstellt. Das Wetter und leicht unterschiedliche Streckenführungen konnten leider in der Auswertung objektiv nicht berücksichtigt werden. Die Leistung des durchschnittlichen Swissalpine Marathon K78 Läufer hat über die Jahre abgenommen. Der durchschnittliche Finisher erreichte das Eisstadion Davos im Jahr 1998 nach 9h31min, im Jahr 2000 sogar in 9h24min. In der vergangenen Saison brauchte der Durchschnitts-Läufer 1h36min länger für die (ähnliche) Strecke und erreichte das Ziel nach 11h07min.

An der erweiterten Spitze sieht es ähnlich aus: eine Top 50 Platzierung bedeutete im 1998 noch eine Zeit von 7h13min. Abgesehen von den Ausreisser-Jahren 2009 und 2010 ist das Leistungsniveau der breiteren Spitze beinahe linear gesunken. Im 2013 war eine 8h30min Leistung für eine Top 50 Platzierung gut genug. Im Gegensatz zum Durchschnittsläufer und zur erweiterten Spitze bewegt sich die Siegerzeit in engeren Banden.

Leistungsentwicklung am Swissalpine Marathon 1998-2013

Chart 4: Leistungsentwicklung am Swissalpine Marathon K78 1998-2013

Fazit – Mehr Leute laufen öfter aber langsamer

Es ist selbstredend, dass die oben angeführten Zahlen und Interpretation verschiedensten statistischen Problemen unterliegen. Was jedoch recht deutlich wird, ist, dass seit 2007 ein Wandel in der Ultra Szene stattgefunden hat. Angebot und Nachfrage nach Ultraläufen ist gewachsen und insbesondere die Ultra Trails haben sich stark entwickelt. Man darf also gespannt sein, was die Zukunft bringt.

Eure Meinungen, Anregungen und Interpretationen sind sehr willkommen.

Autor: Alex Brennwald

Zahlenmaterial:
Deutsche Ultramarathon-Vereinigung e.V. sowie eigene Auswertungen

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