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Adrian Brennwald ist in der Ausdauersportszene ein viel beschriebenes Blatt: Neben den Siegen beim Ticino Ultra Trail, Defi de Seigneurs, Petit Ballon und vielen weiteren Trail Ultras hat der Salomon Suunto Athlet auch im Ultratriathlon und Radsport seinen Fussabdruck hinterlassen. Nicht nur zahlreiche Podestplätze, sondern auch Europa- & Weltmeistertitel sowie ein aktueller Weltrekord zieren sein Palmarès. Wir freuen uns, dass Adi mit der Swiss Ultra Trail Community gesprochen hat.

Q: Adi, wie war Deine Saison 2013? Was hast Du gemacht?

Adi: Leider konnte ich nicht so viel machen wie ich gerne wollte. Ich habe mich schon im Frühjahr mit Verletzungen herumgeschlagen, die leider bis in den späten Herbst angehalten haben. Ich bin aber trotzdem an ein paar Rennen gestartet: Zum Beispiel konnte ich das Defi des Seigneurs gewinnen, bei dem ich ganz kurzfristig nach der Absage des Maxi Races gestartet bin. Leider habe ich mich zu einem Start beim Lavaredo Ultra Trail hinreissen lassen, was meine Verletzung erneut zum aufflammen gebracht hat. Das hätte ich besser bleiben lassen sollen – in der Folge musste ich nämlich erneut pausieren und Eigertrail sowie Irontrail absagen. Im Herbst habe ich ein paar kürzere Rennen bestritten und konnte beim Untertage Marathon Mitte November gewinnen.

Q: Untertage Marathon – hört sich spannend an. Erzähl uns mehr.

Auf dem Weg zum Sieg am Untertagemarathon

Auf dem Weg zum Sieg

Adi: Der Untertage Marathon findet jedes Jahr in Sonderhausen in einem noch aktiven Bergwerk statt. Der Marathon wird 700 Meter unter Tage auf einer Rundstrecke gelaufen. Es war eine super Erfahrung durch das Salzbergwerk zu laufen. Es gibt einige Anstiege (insgesamt knapp unter 1000 Höhenmeter) zu bewältigen, welche teilweise mit einer dicken Schicht Salz bedeckt sind. Es ist, als würde man im Schnee oder auf Sand laufen. Auch wirbelt das Salz durch die Luft und setzt dem Körper zusammen mit der sehr trockenen und heissen Luft doch ziemlich zu. Ich habe noch nie so viel getrunken. Die Runden waren relativ kurz und darum habe musste ich alle, bis auf die ersten 15, überrunden. Ich hatte dieses Rennen schon lange auf dem Radar, nur leider lag es terminlich immer ungünstig mit dem Frauenfelder Waffenlauf, den ich 5mal gemacht habe. Dieses Jahr hat es mich aber gepackt und ich habe die 700km bis nach Sonderhausen unter die Räder genommen.

Q: Dass Du gerne mit dem Auto zu Rennen fährst und auch im Auto übernachtest ist bekannt. Was hat es damit auf sich?

Adi: Natürlich ist es super, wenn man um die Ecke einen spannenden Wettkampf absolvieren kann. Leider ist die Dichte an Veranstaltungen im Trail und Ultra Trail Bereich in der Schweiz noch nicht so ausgebaut. Ich fahre darum gerne auch mal nach Frankreich, Italien oder Deutschland. Ich lebe für die Zeit der Wettkämpfe auch aus dem Auto heraus. Das gehört für mich einfach dazu um richtig in Stimmung zu kommen. Lustigerweise habe ich diese Trips während dieser verletzungsgeprägten Saison sogar ein bisschen vermisst.

Trail des Marcaires

Trail des Marcaires

Q: Du hast Dich vom Mountainbike (Elite) in Deiner Jungend zum Triathlon umorientiert. Neben Ultra-Triathlon (6x Double Ironman und 3x Triple Ironman) hast Du auch die Liebe zu langen Trail Rennen entwickelt. Wie ist das abgelaufen?

Adi: Ich habe immer schon Spass an langen und ausdauernden Wettkämpfen gehabt – sei es auf dem Mountainbike oder später beim Triathlon und Ultra Trail Laufen. Auch heute noch trainiere ich neben meinem Lauftraining regelmässig im Becken und auf dem Rad. Ich halte diese Abwechslung im Training für wichtig. Ich werde in der nächsten Saison sogar wieder bei einem Triathlon starten. Der Swiss Extreme Triathlon hat eine sehr spannende Streckenführung und ich freue mich auf den Start, auch wenn ein paar der Sicherheitsbestimmung etwas sonderbar anmuten, insbesondere wenn man diese mit den Bestimmungen von Ultra Trail Rennen vergleicht.

Irontrail 2012 an 2. Position kurz vor Rennabbruch

Irontrail 2012 an 2. Position kurz vor Rennabbruch

Q: Willst Du in dem Falle wieder in die Triathlon Szene einsteigen?

Adi: Nein, das wahrscheinlich nicht. Der Trainingsaufwand für die Ultra Triathlons ist schon ziemlich gross. Zudem habe ich sehr viel erreicht und bin mit diesen Resultaten sehr zufrieden (Anm.: 3x Weltmeister Titel im Double Ironman – 7.6km Schwimmen, 360km Rad und 84.4km Laufen in einer immer noch gültigen Weltrekordzeit von 19h50min, sowie 1x Weltmeister im Triple Ironman – 11.4km Schwimmen, 540km Rad und 126.6km Laufen). Der Nervenkitzel in der Wechselzone und die körperliche Anforderung der Wechsel vom Schwimmen auf Rad und vom Rad auf die Laufstrecke finde ich aber nach wie vor super. Ich freue mich auf den Swiss Extreme Triathlon. Ich würde auch gerne wieder einmal am Inferno Triathlon mitmachen, aber leider ist dieser innerhalb der Saison sehr ungünstig gelegen.

Q: Wie gestaltest Du Dein Training und Deine Erholungsphase?

Adi: Wie schon gesagt versuche ich neben meinen Lauftrainings ebenfalls zu schwimmen und Rad zu fahren. Das gibt ein bisschen Abwechslung. Ich trainiere in der Woche so zwischen 15h und 20h und versuche, nach 3 harten Trainingswochen jeweils eine Erholungswoche einzuschalten. Ich habe meine Arbeit auf 80% reduziert um mehr Trainieren zu können. Ich bin seit 2012 im Salomon Team Schweiz wo ich mit Material unterstützt werde. Das ist ein Anfang, aber Alles in Allem muss man den Sport schon lieben um auf diesem Niveau kompetitiv zu sein. Die Sachpreise bei den Rennen sind sicher gut, aber damit kann ich meine medizinische Betreuung und die Reisekosten auch nicht finanzieren.

Vielen Dank für das Interview, Adrian. Wir wünschen Dir für 2014 viel Erfolg!

Interview: Alex Brennwald
Photos: www.adrianbrennwald.ch

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