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Interview mit Matthias Dippacher – Sieger Sardona Ultra Trail

Matthias Dippacher hat gerade den Sardona Ultra Trail (82km mit 6100hm D+) in 12h01min gewonnen und erneut Zeit gefunden, um der Swiss Ultra Trail Community zu sprechen. Dippi hatte eine starke Saison und neben anderen Erfolgen auch beim Irontrail T141 gewonnen. Wir berichteten darüber. Herzliche Gratulation zu top Leistung!

Q: Wie lief der Sardona Ultra Trail? Wie kam es, dass zwei Sieger verzeichnet werden durften?

Dippi: Wenn man aufs Treppchen rennt, ist es natürlich gut. Aber es war schon ein besonderes Rennen, da ich dieses Jahr zum ersten Mal durch Neuschnee gerannt bin und vorallendingen über einen sehr langen Zeitraum des Laufes mit Stephan Hugenschmidt zusammen gelaufen bin. Wobei wir uns bei diesem Rennen erstmals begegnet sind und uns gegenseitig gepusht haben. Es gab über weite Teile immer wieder die eine oder andere Lücke zwischen uns, aber wir blieben immer in Sichtkontakt. Von meiner Seite aus kann ich nur sagen, dass es eine neue und schöne Erfahrung war, mit Jemanden (Stephan) längere Strecken nebeneinander zu laufen. Dabei sind teilweise sehr nette Gespräche und ehrlich Dialoge geführt worden. Aber geschenkt haben wir uns nichts und speziell ich hätte mich zwischendrin sicherlich nicht so sehr angestrengt, wenn ich alleine gewesen wäre, bzw. keinen Sichtkontakt nach vornegehabt hätte. Als wir dann am letzten Berg oben zusammenankamen und das letzte Tageslicht sich verabschiedete ist keiner mehr wirklich in Führung gegangen und kurz vor dem Ziel einigten wir uns darauf, nicht mehr zu sprinten und Hand in Hand einzulaufen. Da wir dann exakt die gleiche Zeit hatten wurden wir beide auf den 1. Platz gesetzt, was letztendlich ja ganz in unserem Sinne war und jeder verdient hatte.

Sardona ProfilQ: Der Sardona Ultra Trail ist relativ neu. Ist es auch ein ideales Einsteiger-Rennen?

Dippi: Das kann ich pauschal nicht mit „Ja“ beantworten. Dieses Jahr waren die Streckenbedingungen durch den Schnee in den höheren Lagen sicherlich nicht einfach und man sollte durchaus etwas Vorerfahrung mitbringen, wenn man sich auf eine so lange Strecke in die Berge wagt.

Q: Was sind die Höhepunkte und die negativen Aspekte beim Sardona Ultra Trail?

Dippi: Für mich war einer der Höhepunkte die erste grosse Verpflegung, da ich hier alles (Gel, Käse, Tomate, Gurke, Salz, Lebkuchenmarzipankuchen, etc.) bekam was sich mein Körper zu diesem Zeitpunkt wünschte, aber auch die wunderschöne Strecke, der Wechsel von Tag zu Nacht und der geteilte Lauf bzw. Sieg waren sehr speziell und fast schon magisch. Schade war eigentlich nur, dass wir uns einmal verlaufen haben und dann feststellen mussten, daß die Markierung (wahrscheinlich von einem lokalen Bauern) entfernt wurde.

Dippi 1Q: Wenn man Dein Palmares anschaut, dann sieht man, dass Du inbesondere auf den mittleren Ultrastrecken mit viel Höhenmeter stark bist. Ist das Zufall?

Dippi: Ich denke, ich kann auch längere und kürzere Rennen laufen. Aber gerade 80 bis 120 Kilometer Strecken liegen mir besonders gut, vor allem weil ich mich schnell wieder erholen kann. Meine spezielle Stärke ist technisch schwieriges Gelände und dies am liebsten bergab.

Q: Bald neigt sich die Wettkampfsaison 2013 dem Ende zu. Wie hälst Du Dich im Winter fit?

Dippi: Im Winter mache ich eigentlich auch nichts anderes. Ich höre auf meinen Körper und versuche mich vielseitig zu bewegen unter anderem, mit Laufen, Schwimmen, Sauna, Skitouren, Schlittenfahren usw. Hauptsächlich, um den Spass und die Freude an der Bewegung nicht zu verlieren und die frische Luft und die Natur zu geniessen, damit ich mich wieder nach den Bergen sehne, im Laufschritt ohne lästigen Ganzkörperanzug.

Vielen Dank für das Interview und herzliche Gratulation zum Sieg! Wir haben ebenfalls ein Interview mit der Dritt-Platzierten Frau Denise Zimmermann erhalten.

Matthias Dippacher hat die Saison 2013 alleine finanziert und ist ohne den vormaligen Sponsor Salomon gelaufen. Wir werden darüber berichten, welchem neuen Team sich Dippi anschliessen wird.

Interview: Alex Brennwald
Poto Credits: Matthias Dippacher und Sardona Ultra Trail Website

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