Mit dem Cloudventure Peak bringen die Schweizer von On ihren zweiten Trailschuh auf den Markt. Das leuchtende Orange spricht eine deutliche Sprache: dieser Schuh will laufen, und zwar schnell. Der Peak hat gegenüber dem Cloudventure 35 Gramm abgespeckt und wartet mit einer direkteren Zwischensohle auf.

Von Alex Brennwald und Nico Schefer

Mit dem ersten Cloudventure hat On im Frühling 2016 das Segment Trailrunning für sich eröffnet. Der Cloudventure Peak ist die logische Weiterentwicklung: er ist minimalistischer aufgebaut, steht noch direkter auf dem Trail und wird so vor allem ambitionierten Läufern gefallen. Das leichte Obermaterial und die geringe Sprengung unterstreichen den wettkampf-orientierten Gesamteindruck des Cloudventure Peak.

On Cloudventure Peak

Tief geschnitten, flache zwischensohle – die Botschaft ist eindeutig!

Meistens sieht man den Peak wohl von hinten, nicht von oben

Passform, Obermaterial und Schnürung

Über den Span ist der Cloudventure Peak mit einem leichten Ripstop Gewebe überzogen, welches angenehme Stretch-Eigenschaften mit sich bringt. Das Gewebe ist dichter als beim klassischen Clodventure und erstaunlich stark wasserabweisend.

Die Schnürung führt über fünf Ösen und verteilt den Zug gut. Um einen sicheren Halt zu gewähren, ist das Obermaterial mit Tape-Verstärkungen versehen, welches den Zug der Schnürung ohne Stretchverlust zur Sohle weiter geben. Im Zusammenspiel mit dem Innenschuh, der an das Salomon Endofit Konzept erinnert, bietet der Peak sicheren Halt. Die Zunge ist aus leichtem Material gefertigt und direkt am Innenschuh befestigt.

Die drei Tape-Bänder an der Aussenseite sind schwach zu erkennen

Um den Knöchel ist der Schuh auffallend tief geschnitten – das verleiht ihm eine hohe Agilität, leider auch etwas auf Kosten der Stabilität. Die Knöchel sind zudem recht exponiert – es wird sich zeigen, ob das in alpinem Gelände nicht zu schmerzhaften Begegnungen mit Steinen führt. Die Zehenbox und Fersenkappe sind schützend verstärkt. Auf den Seiten-Durchschlagschutz, der beim klassischen Cloudventure verbaut wurde, wird verzichtet.

Die Passform kommt auch Läufern mit einem breiteren Vorfuss zu gute. Wer mit dem ersten Cloudventure gut klar kam, wird auch am Leisten des Peak gefallen finden.

Am Knöchel ist der Peak auffallend tief geschnitten

Dämpfung und Stabilität

Der reduzierte Aufbau im Vergleich zum klassischen Cloudventure sorgt für einen direkten Kontakt mit dem Trail. Die dünn gehaltene Zwischensohle lässt ein gutes Gespür für den Untergrund zu, durch die Cloud-Elemente ergibt sich aber immer noch eine angenehme Dämpfung. Die Clouds der Aussensohle sind auf hartem Untergrund zu spüren. Das über der Zwischensohle verbaute „Speedboard“, eine harte, dünne Kunstoffschicht, verhindert Durschläge von Steinen und verleiht dem Schuh eine gewisse Torsionsfestigkeit.

Erneut hat On auf 6 Millimeter Sprengung gesetzt und damit eine gute Balance zwischen natürlichen Laufstil und Komfort gefunden. Der Aufbau des Cloudventure Peaks ist für einen Wettkampfschuh zwar immer noch eher hoch, was zum Teil durch die Komprimierung der Cloud-Elemente beim Aufsetzen wieder wettgemacht wird.

Im Fersenbereich sind die Cloud-Elemente höher als am Vorfuss

Grip und Aussensohle

Die “Cloudtec” Aussensohle scheint auf den ersten Blick unverändert. Sie ist kreisförmig auf die Zwischensohle angebracht und trägt durch die Clouds wesentlich zum Grip und auch zur Dämpfung bei. Sie zu Charakterisieren ist nicht einfach – “bi-polares Grip-Monster” trifft es wohl am Besten. Auf Matsch, Wiesen und losem Untergrund beisst sich die Sohle des Cloudventure Peak in den Trail wie fast keine Zweite. Im trockenen Gelände hält die Sohle auf Erde wie auf Fels souverän. Wenn der Fels hingegen nass ist oder über nasse Wurzeln gelaufen wird, dann verliert der Cloudventure Peak seine Zähne und der Lauf wird zur Rutschpartie. Schade. Die einzelnen Cloud-Elemente nehmen übrigens keine Steinchen auf wie beim Cloudflow. Wie langlebig die Sohle ist, werden wir weiterhin ausgiebig testen und hier nachtragen.

Die Profil-Gestaltung der orangen Aussenshole ist unverändert..

..nur die Noppen an der schwarzen Zwischensohle wurden weggelassen.

Auf dem Trail

Der Schuh verspricht dem schnellen Läufer viel Spass. Die Lauffreude der Sohle ist super, die Agilität gross und der Grip im Rahmen der obengenannten Einschränkung gut. Wer mit der Passform und dem Aufbau klar kommt, hat mit dem Peak die perfekte Ergänzung zum klassischen Cloudventure bekommen.

„Bi-Polares Grip-Monster“

Fazit

Bereits der Cloudventure hat uns gut gefallen und wir werden auch mit dem Cloudventure Peak viele Kilometer laufen. Insbesonderen für den Wettkampf bei trockenen Bedingungen ist der Peak eine interessante Wahl. Der Schuh ist leicht und agil und bringt dennoch genügend Komfort mit, um auch auf den langen Strecken Spass zu machen.

Der Cloudventure Peak ist ab dem 23. März 2017 erhältlich. Schneller kann er über die „unlock“ challange bestellt werden, mehr infos hier auf peak.on-running.com.

Technische Daten

Gewicht: 285 Gramm (US 9.5), 6mm Sprengung.

Positiv:

  • Hohe Agilität mit Wettkampfcharakter
  • Direktes Trail-Gefühl ohne Komfortverlust
  • Sehr guter Grip in trockenem Gelände

Negativ:

  • Wenig Halt auf nassem Stein und Holz
  • Schuhbänder sind zu lang und lassen sich nicht verstauen
  • Durch tiefen Schnitt am Knöchel anfällig für Steinschlag

„I reach places others cannot“

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