Nach den Festtagen geht es definitiv los – die neue Saison steht vor der Tür. Eine der ersten Möglichkeiten die Trails zu geniessen bietet sich in Arosa auf dem Swisssnow Walk & Run. Mit dem Weisshorn Snow Trail gibt es eine kürzere Variante mit mehr Höhenmeter sowie mit dem Halbmarathon eine coupierte Alternative. Der Jahreszeit entsprechend sollte man sich in der Kälte und im Schnee wohlfühlen um auf dem leicht rutschigen Untergrund auf Touren zu kommen. Kurt Nadler war für uns dabei.

Weisshorn Snow Trail

 

Die Zeit um Trail-Wettkämpfe zu laufen, beginnt in der Regel Ende März. Die Wartezeit bis zum Saisonstart erscheint mir jeweils unsäglich lange. Zu viel Schnee liegt normalerweise in den Höhen und verunmöglicht eine Durchführung solcher Wettkämpfe. Genau diesen Umstand nutzt das Organisationskomitee von Swiss Snow Walk & Run in Arosa und bietet mit dem Weisshorn Snow Trail eine echte Alternative an (selbst bei allfälligem Schneemangel steht eine Ersatzstrecke zur Verfügung). Grund genug, das neue Jahr nicht nur mit guten Vorsätzen sondern auch gleich mit Taten zu starten.

Die Auswahl an möglichen Laufstrecken ist dabei recht umfangreich. Die über 1‘400 Teilnehmer entscheiden sich für einen der folgenden Wettbewerbe:

  • Weisshorn Snow Trail    16.8 km                918 Hm
  • Halbmarathon                  21.1 km                630 Hm
  • Long Distance                   12.0 km                315 Hm
  • Short Distance                     6.1 km                155 Hm
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Vorbereitung

Für die Anreise am Vortag nutze ich das im Startgeld inbegriffene Swiss-Runners-Ticket, welches mir eine kostenlose Fahrt von meinem Wohnort nach Arosa und zurück ermöglicht. Das Thermometer zeigt bei der Ankunft frostige -18 Grad an. Der in den vorangegangen Tagen gefallene Schnee hat das Tal in eine herrliche Winterlandschaft verwandelt.

Bevor ich mich am Samstagmorgen in das Startgelände begebe, deponiere ich einen kleinen Rucksack mit warmer Ersatzwäsche bei der Talstation der Bergbahn zum Weisshorn. Der Gepäcktransport gehört zur tollen Dienstleistung des Anlasses. Es wäre auch eine Option,  diesen mit auf die Laufstrecke zu nehmen, aber solches Zusatzgewicht werde ich im Verlaufe dieses Jahres noch zur Genüge mitschleppen.

Kurz vor dem Start erfolgt ein gemeinsames Warm-Up unter der Leitung von Frieda Hodel (Ex-Bachelorette), welches bei den weiterhin tiefen Temperaturen rege Beteiligung findet.

Weisshorn Snow Trail

Warm Up bei frostigen Temperaturen

Start

Pünktlich um 10:35 schickt uns Gilbert Gress auf die Laufstrecke.

Weisshorn Snow Trail

Ehrenstarter

Diese beginnt mit einer Umrundung des Obersees im halbtiefen Schnee. Ich versuche etwas Tempo zu machen, sehe aber relativ rasch wieder davon ab, da es äusserst kräfteraubend ist! Obwohl ich mir bewusst bin, dass dies ein Snow Run ist und entsprechend auf Schnee stattfindet, realisiere ich erst jetzt richtig, wie schwierig es ist, auf diesem weichen Untergrund zu laufen. Ich tröste mich damit, dass für alle die gleichen Voraussetzungen herrschen und schalte einen Gang runter.

Weisshorn Snow Trail

Start auf dem gefrorenen Obersee

Tschuggenhütte

Die ersten 1,5 km verlaufen flach bevor ein Winterwanderweg langsam bergauf führt. Die 430 gestarteten Läufer verteilen sich gut, so dass kein Gedränge herrscht. Die Schneedecke ist auch hier sehr weich, was mich an einen Lauf an einem Sandstrand erinnert. Die Zuschauer an der Wegstrecke, teilweise Wanderer oder Skifahrer, spornen uns lauthals an. Ich erhöhe mein Lauftempo moderat und passiere die ersten „Schnellstarter“. Bereits nach 5,5 km erreiche ich die 1. Verpflegungsstation, bei der ich zum ersten Mal in meiner Läuferkarriere dankbar einen warmen Becher ISOSTAR zu mir nehme.

Weisshorn Snow Trail

Unterwegs zur Tschuggenhütte

Sattelhütte

Die Strecke führt im Anschluss über 1,5 km leicht abwärts und die soeben gewonnene Höhe schmilzt wie Schnee an der Sonne. Diese lässt sich jedoch nicht mehr Blicken und der aufkommende Wind erhöht das Kälteempfinden nochmals beträchtlich.

Weisshorn Snow Trail

Und aufwärts geht’s…

Der Weg besteht nun teilweise nur noch aus einer schmalen Fussspur im Schnee. Da kommen tatsächlich so etwas wie Trailgefühle auf. Die Zeit, bis ich die 2. Verpflegungsstelle erreiche, erscheint mir länger als erwartet.

Ziel

Im Vorfeld habe ich mich gefragt, weshalb 2 km vor dem Ziel noch eine Verpflegungsstelle angeboten wird. Jetzt, da ich die bevorstehende Strecke vor meinen Augen habe, wird mir alles klar. Im Vergleich zur kommenden Steigung war der bisherige Streckverlauf ein Zuckerschlecken. Die vor mir liegenden Läufer probieren teilweise auf allen Vieren vorwärts zu kommen. Da war meine Entscheidung, auf die Nortec Trails (Schneekrallen) zu setzen, wohl die Richtige.

Es gelingt mir nochmals einige Positionen gutzumachen und ich erreiche nach 1:58 Std, auf dem 2. Rang meiner Kategorie, glücklich das Ziel.

Weisshorn Snow Trail

Ziel auf 2’652 Höhenmeter

Fazit

Der Weisshorn Snow Trail ist ein sehr gut organisierter Anlass und ermöglicht bereits zu Beginn des Jahres eine Standortbestimmung, ob sämtliche Weihnachtsguetzli eliminiert sind. Eine Teilnahme kann ich jedem Läufer nur empfehlen.

Der 13. Januar 2018 steht als nächstes Durchführungs-Datum bereits fest.

 

Autor: Kurt Nadler
Bilder: Swiss Snow Walk & Run
Mehr Informationen: → http://www.snowwalkrun.ch